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Schwarzwald MedicalResort Obertal
Weniger Schlaganfälle durch Folsäure
und B-Vitamine
Neue Studienauswertung belegt Nutzen
von Folsäure bei Homocysteinüberschuss / Durch Anreicherung in Mehl
sank Schlaganfallrate
HAMBURG. In drei Studien bei Patienten
mit Gefäßerkrankungen und hohem Homocysteinspiegel hatte die Therapie
mit Folsäure, Vitamin B6 und B12 keinen Nutzen
erbracht. Deshalb war sie zeitweise totgesagt worden. Zu Unrecht,
findet Professor Olaf Stanger aus Salzburg. Denn jeder fünfte Schlaganfall
lässt sich so vermeiden.
Die offiziellen Schlussfolgerungen
aus Studien wie NORVIT (Norwegian Vitamin Trial), HOPE-2 (Heart
Outcomes Prevention Evaluation) und VISP (Vitamin Intervention for
Stroke Prevention) lauteten, dass die B-Vitamin-Substitution keinen
Nutzen bringe. Dieses verblüffende Ergebnis ließ nicht nur den Experten
der D.A.C.H. Liga Homocystein keine Ruhe. Auch internationale Experten
überprüften die Ergebnisse genau.
Dabei zeigte sich, dass sowohl in
der Erstpublikation von HOPE-2 als auch in der Re-Evaluation der
VISP-Studie für den Endpunkt Schlaganfall eine Risikoreduktion um
22 bis 25 Prozent erreicht wurde. In VISP war der Effekt durch die
inzwischen eingeführte Folsäure-Anreicherung von Mehl und die für
Risikopatienten zu niedrig angesetzte Vitamin B12-Dosierung
zunichtegemacht worden. Die Reanalyse der Daten von 2155 Patienten
habe eine relevante Risikoreduktion um 21 Prozent ergeben, so Stanger
bei einem Expertenworkshop des Unternehmens Dr. Loges + Co GmbH
Arzneimittel.
In einer Studie zu den Folgen der
Folsäureanreicherung von Getreideprodukten in den USA findet sich
ein deutlicher Beleg für den Nutzen der Substitutionstherapie in
der Primärprävention (Circulation 2006, 113, 1335). Seit der Folsäureanreicherung
ab 1997 sank die Sterblichkeit durch Schlaganfälle jährlich deutlich
stärker als in den Jahren zuvor (2,9 statt 0,3 Prozent). 12 000
tödliche Schlaganfälle pro Jahr werden dadurch verhindert. Die Maßnahme
sei zudem einfach, preiswert und habe so gut wie keine unerwünschten
Effekte, so Professor Klaus Pietrzik aus Bonn.
STICHWORT
Homocystein
Homocystein ist eine schwefelhaltige
Aminosäure und entsteht im Methionin-Stoffwechsel. Die Umsetzung
ist an die B-Vitamine gekoppelt. Vitamin B6 steuert
den Homocystein-Abbau zu Cystein. Folsäure und Vitamin B12
sind zur Remethylierung von Homocystein zu Methionin nötig.
(eb)
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